Wie viel Zucker steckt eigentlich in …

… Möhren, Äpfeln und Bananen.

Was für eine Begrüßung, ich komme in den Stall und die Nase meines Pferdes kommt mir direkt entgegen. Dann legt sie ihren Kopf noch etwas zur Seite, was noch viel niedlicher aussieht. Gleichzeitig geht meine Hand in die Tasche und zieht eine kleine Möhre hervor. 🙈

Ein paar Möhrchen zwischendurch und ein Apfel zum Kraftfutter, das ist doch gesund! Wirklich? Wie immer im Leben kommt es auf die zahlreichen anderen Faktoren an.

Man sollte sich folgende Frage stellen; hat mein Pferd …

  • ein paar Pfund zu viel.
  • eventuell von seiner Gesamtration Futter bereits genug.
  • ausreichend Bewegung oder ist sogar sportlich sehr aktiv.
  • eine Stoffwechselerkrankung.
  • genetisch (Rasse) bedingt einen hohen oder niedrigen Grundumsatz.

Das Thema Ernährung ist mega komplex und lässt sich definitiv nicht in einem Blogbeitrag erklären. Dennoch möchte ich euch für das Thema ZUCKER etwas sensibilisieren. 

Zucker ist ein Kohlenhydrat, diese sind Hauptbestandteil der Ernährung bei Pferden (wie auch uns Menschen) und wichtig für die Energieversorgung von Muskeln und Gehirn. Jetzt kommt das “ABER”, aber wie immer im Leben kommt es auf die richtigen Verhältnisse an.

Kohlenhydrate lassen sich grob in Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker unterteilen. Die Bezeichnung kommt vom Molekülaufbau, dieser ist ausschlaggebend, wie schnell der Zucker vom Verdauungssystem ins Blut über geht. Gleichzeitig muss die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin in der entsprechenden Menge ausschütten.

Eine hohe Menge an Insulin kann zu Hufrehe führen, deshalb solltet ihr Folgendes darüber wissen.

Bei Nahrungsmittel, welche überwiegend Mehrfachzucker enthalten, steigt der Insulinspiegel nur langsam an. Mehrfachzucker (z.B. die Stärke im Getreide) muss vom Körper erst einmal in Einfachzucker aufgespaltet werden. Dieser Prozess benötigt Zeit und somit wird der Zucker nur langsam in den Blutkreislauf abgegeben.

Damit der Zucker letztlich in die Zelle gelangt, braucht es nun das Insulin. Das Insulin, gebildet in der Bauspeicheldrüse, wird entsprechend des Blutzuckerspiegels hinzugefügt.

Fügt man dem Körper über die Nahrung große Mengen an Einfachzucker (z.B. den Fruchtzucker in Form einer reifen Banane) zu, gelangt dieser Zucker direkt ins Blut, was bei Pferden nicht besonders gut ist. Denn jetzt muss der Körper recht schnell und viel Insulin ausschütten. Das kann gefährlich werden!

Du stellst dir jetzt bestimmt die Frage, wie viel zuckerhaltige Nahrungsmittel darf ich meinem Pferd am Tag füttern.

Dafür musst du den Bedarf deines Pferdes kennen. Der Bedarf lässt sich definitiv nicht in einer Zahl ausdrücken, hier spielt Alter, Rasse, Größe, Gewicht, Bewegung, Außentemperatur, evtl. Erkrankungen und weitere Faktoren eine erhebliche Rolle. Ihr seht – gar nicht einfach! Dennoch jeden Tag ein Banane 🍌 ist eindeutig zu viel! 😉

Wollt ihr mehr über dieses Thema wissen? Dann schreibt mir 😊.

Ihr wollt die Futterration einmal professionell bestimmen lassen, dann schaut euch nach einem unabhängigen Futterberater (wie zum Beispiel Julia Krug) um. 

PS: Habt ihr euren Zuckerkonsum schon einmal hinterfragt? 

Quellen:

  • Pferdefütterung; Helmut Meyer Manfred Coenen
  • Die Nährwerttabelle; Heseker/Heseker

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